Piefke in Austria

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La Tristesse

September 3, 2007 · Keine Kommentare

Gerade werde ich unvermittelt von noch mehr Heimweh geschüttelt. Einerseits ist Wien ja von Deitschen überflutet - heute im Ikea waren dauert deutschsprachige Anfangzwanzigjährige unterwegs. Da ja der Wientourist allgemein nicht ‘nach Ikea’ (DE/DE) fährt, stellt sich die Vermutung: Alles Deitsche, die den Österreichern die Studienplätze wegnehmen? Stichwort freier Hochschulzugang, den einige in AT sobald wie möglich beenden wollen.

Aber um Rudelbildung geht es eh nicht (gerade die Deitschen meiden sich gegenseitig gern im Ausland scheint mir). Eher darum, mit DE/DE auf der Zunge einfach ein wenig weniger aufzufallen - komisch, dass es mir vorkommt, als wäre ich in Wien in dieser Hinsicht auffälliger als in Vorarlberg? Vielleicht, weil der Unterschied in Vorarlberg schon wieder sooooo krass war, dass er schon wieder keine sooo große Rolle mehr gespielt hat.

Ja, irgend sowas muss es sein.

Kategorien: Akzent · Deutsch · Vorarlberg · Wien · Österreich · Österreichisch

Ernährung, the dirty way

August 30, 2007 · 1 Kommentar

Und noch ein kurzer Nachtrag zu gestern: Schon wieder war ich spät in der Nacht bei McDonalds, zum ca. fünften Mal in diesem Jahr und das ist für meine Verhältnisse ziemlich viel! Die meiste Zeit meines Lebens war ich McDonalds-frei, habe in meinem Leben wahrscheinlich noch kein halbes Dutzend Börger egal welcher Marke gegessen und versuche generell, die Mononatriumglutamatlevel (vulgo: Geschmacksverstärker) niedrig zu halten. Gerade dieses Zeug scheint mich aber jetzt dahin zu treiben, denn schon wieder habe eine frittierte, in Form gespritzte, überwürzte Pommesvariante zu mir genommen.

Nebenbei: Sagt man zu Pommes in Österreich eigentlich ugs. auch Pommes? Muss eruieren. Mein liebstes deutsches Pommes-Gericht ist jedenfalls eine Pommes-Schranke a.k.a. Pommes Rot-Weiß, am liebsten von der Pommesbude der Ferienanlage des Kreises Hersfeld-Rotenburg bei Burg auf Fehmarn (die angeblich verkauft worden ist - sehr bedauerlich; das macht die unwahrscheinliche Wahrscheinlichkeit, dass ich jemals in die Heimat meiner Vorfahren zurückkehren werde, noch unwahrscheinlicher).

Damit’s in den Blog passt auch noch ein linguistisches Detail:

McDonalds, ugs.:
DE/DE: MäcDoof
DE/AT: Mäcky

Wohl bekomm’s!

Kategorien: Deutsch · Essen · Österreichisch

de/at: Die sprachliche Differenz, Teil 1

August 27, 2007 · 1 Kommentar

Ein unendliches Thema. Selbst wenn man selbst Piefke by nature ist, versteht man nach einer gewissen Assimilationszeit sehr gut, was den Österreicher an der gestelzten Sprache der Deutschen so nervt, die diesem von Kindesbeinen auf antrainiert wird. Warum “Mama, ich möchte bitte ein Wassereis mit Orangengeschmack haben!” sagen, wo “Mama, i mog a Orangeneis” doch reichen würde? Von der deutschen Aussprache der Orange, nämlich Orangsche, ganz zu schweigen. Balkong, Kartong, Sateng, Kuseng, und natürliche Schangse* - Maschinengewehrsprache. Und was macht umgekehrt das österreichische Idiom so weich und schön? Die vielen Diminutive: Glaserl, Bussal (Auf ‘deutsch’: Kuss), Pickerl (TÜV-Plakette) Packerl, Zigaretterl - und nicht zu vergessen das wichtige Gackerlsackerl. “Nimm ein Sackerl für mein Gackerl!” - so der Wortlaut einer Wiener Kampagne für eine saubere Innenstadt. In Berlin heißt sowas Hundekottüte - peng, peng!

*: Balkon, Karton (bzw. Schachtel), Satin, Cousin, Chance.

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