Entries categorized as ‘Deutsch’
Gerade werde ich unvermittelt von noch mehr Heimweh geschüttelt. Einerseits ist Wien ja von Deitschen überflutet - heute im Ikea waren dauert deutschsprachige Anfangzwanzigjährige unterwegs. Da ja der Wientourist allgemein nicht ‘nach Ikea’ (DE/DE) fährt, stellt sich die Vermutung: Alles Deitsche, die den Österreichern die Studienplätze wegnehmen? Stichwort freier Hochschulzugang, den einige in AT sobald wie möglich beenden wollen.
Aber um Rudelbildung geht es eh nicht (gerade die Deitschen meiden sich gegenseitig gern im Ausland scheint mir). Eher darum, mit DE/DE auf der Zunge einfach ein wenig weniger aufzufallen - komisch, dass es mir vorkommt, als wäre ich in Wien in dieser Hinsicht auffälliger als in Vorarlberg? Vielleicht, weil der Unterschied in Vorarlberg schon wieder sooooo krass war, dass er schon wieder keine sooo große Rolle mehr gespielt hat.
Ja, irgend sowas muss es sein.
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Gerade hat also ein Deutscher einen Österreicher in einer Unterkunft für Obdachlose von Kehle bis Genital aufgeschlitzt, Zunge und Schädelmasse auf einem Teller angerichtet und möglicherweise einen Probierhappen davon genommen… schauder. Das Pikante für mich ist, dass betreffender Deutscher schon seit Jahren in Österreich lebt, aber eigentlich im Sinne der Familienabstammung aus Köln sein soll - Kölle am Rhing, gerade mal wieder meine gefühlte Heimat, mit der mich 8 gemeinsame Jahre verbinden, und weil mich ja ein wenig das Heimweh und die Melancholie in der neuen morbiden Stadt übermannt.
Damit nicht genug: Geboren bin ich in Rotenburg an der Fulda… klingelt’s? Es klingelte jedenfalls gestern bei meinem Internetberater, der meine Passausweisnummer in das Anmeldeformular eintragen wollte und über den Geburtsorteintrag sinnierte….
“Rotenburg, Rotenburg”
“Der Kannibal”, half ich.
“Richtig, richtig. Und jetzt hobn wir do a ein’ in Wien.”
Wie schön.
Kategorien: Deutsch · Rotenburg · Wien
Und noch ein kurzer Nachtrag zu gestern: Schon wieder war ich spät in der Nacht bei McDonalds, zum ca. fünften Mal in diesem Jahr und das ist für meine Verhältnisse ziemlich viel! Die meiste Zeit meines Lebens war ich McDonalds-frei, habe in meinem Leben wahrscheinlich noch kein halbes Dutzend Börger egal welcher Marke gegessen und versuche generell, die Mononatriumglutamatlevel (vulgo: Geschmacksverstärker) niedrig zu halten. Gerade dieses Zeug scheint mich aber jetzt dahin zu treiben, denn schon wieder habe eine frittierte, in Form gespritzte, überwürzte Pommesvariante zu mir genommen.
Nebenbei: Sagt man zu Pommes in Österreich eigentlich ugs. auch Pommes? Muss eruieren. Mein liebstes deutsches Pommes-Gericht ist jedenfalls eine Pommes-Schranke a.k.a. Pommes Rot-Weiß, am liebsten von der Pommesbude der Ferienanlage des Kreises Hersfeld-Rotenburg bei Burg auf Fehmarn (die angeblich verkauft worden ist - sehr bedauerlich; das macht die unwahrscheinliche Wahrscheinlichkeit, dass ich jemals in die Heimat meiner Vorfahren zurückkehren werde, noch unwahrscheinlicher).
Damit’s in den Blog passt auch noch ein linguistisches Detail:
McDonalds, ugs.:
DE/DE: MäcDoof
DE/AT: Mäcky
Wohl bekomm’s!
Kategorien: Deutsch · Essen · Österreichisch
Heute habe ich im Wiener Baumarkt wieder zwei neue Worte gelernt:
DE/DE: Sandpapier
DE/AT: Schleifpapier
DE/DE: Teppichmesser
DE/AT: Stanleymesser
DE/AT: Das Messer hat’s im Viererpack um 5 Euro geben
Außerdem entdeckt: Den Sauerblog - noch ein Dütscher in Vorarlberg.
Kategorien: Deutsch · Lexikon · Österreich
Ein unendliches Thema. Selbst wenn man selbst Piefke by nature ist, versteht man nach einer gewissen Assimilationszeit sehr gut, was den Österreicher an der gestelzten Sprache der Deutschen so nervt, die diesem von Kindesbeinen auf antrainiert wird. Warum “Mama, ich möchte bitte ein Wassereis mit Orangengeschmack haben!” sagen, wo “Mama, i mog a Orangeneis” doch reichen würde? Von der deutschen Aussprache der Orange, nämlich Orangsche, ganz zu schweigen. Balkong, Kartong, Sateng, Kuseng, und natürliche Schangse* - Maschinengewehrsprache. Und was macht umgekehrt das österreichische Idiom so weich und schön? Die vielen Diminutive: Glaserl, Bussal (Auf ‘deutsch’: Kuss), Pickerl (TÜV-Plakette) Packerl, Zigaretterl - und nicht zu vergessen das wichtige Gackerlsackerl. “Nimm ein Sackerl für mein Gackerl!” - so der Wortlaut einer Wiener Kampagne für eine saubere Innenstadt. In Berlin heißt sowas Hundekottüte - peng, peng!
*: Balkon, Karton (bzw. Schachtel), Satin, Cousin, Chance.
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Hallo Blogosphäre! Bislang habe ich in Englisch gepostet, da ich als Deutsche im Westen Österreichs Englisch unterrichtet habe und die Fremdsprache flexibel bleiben sollte. Obendrein war Englisch mein Schutzschild in der grotesken Situation, dass ich die (doch auch deutsch sprechenden) Vorarlberg nicht verstanden habe und es trotz Sprachbegabung keinen Weg gab, dort nicht als ‘Dütsche’ aufzufallen. Dann doch gleich lieber richtig fremd! Aber jetzt bin ich nach Wien gezogen und habe keine Lust mehr, weiter auf Englisch zu schreiben. Mehr täglich!
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