Gestern abend bin ich auf der Suche nach zu schnorrendem Wireless-LAN um die Häuser des 9. Bezirks gestromert und zum zweiten Mal in das zauberhafte Café Weimar gegangen. Mit diesem Café verbindet mich natürlich schon der Name - nicht bloß wegen Lotte in Weimar, sondern weil wir Verwandte mit dem Namen Weimar haben, die wiederum über ein paar Ecken mit Monika Weimar verwandt sind, die trotz eines fehlenden Schuldgeständnisses für den Mord an ihren Töchtern anno dunnemals verknackt wurde.
Das Café Weimar hat, weil in Wien, natürlich auch morbiden Charme, aber nix Mörderisches. Beim letzten Mal saß ich des Tags auf der Terrasse - ich kann jede/n Besucher/in aber nur ermutigen, das Café des Abends aufzusuchen, denn dann sitzt ein fantastischer, Pianist auf der einen Seite des Raumes, dem das Publikum genau jenen Mangel an Anteilnahme entgegenbringt, den es braucht, damit die Töne wirklich ganz in den Plüsch hineinsinken. Konnte das selige Grinsen über sein Repertoire jedenfalls kaum unterdrücken, natürlich Strangers in the Night, aber auch Hijo de La Luna, und ein Lied, dessen Name mir partout nicht einfallen will und von dem ich glaube, dass es mindestens von sowas wie den Smiths geschrieben wurde.
Ich war so hin und weg, dass ich so schnell wie möglich Mails runtergeladen und das Notebook aus Respekt wieder weggepackt habe - darum gab’s hier gestern auch kein Post, aber dafür sind derer nun ja schon zwei.
Außerdem eine mentale Notiz (Anglizismus –> mental note) gemacht:
Mama beim Besuch hierher führen.
Sie in jedem Fall ein Buch einpacken lassen.
Uns bei Pianomusik und einem Achtele Zweigelt (€ 3,70, aber sehr mundend) anschweigen.