Ein unendliches Thema. Selbst wenn man selbst Piefke by nature ist, versteht man nach einer gewissen Assimilationszeit sehr gut, was den Österreicher an der gestelzten Sprache der Deutschen so nervt, die diesem von Kindesbeinen auf antrainiert wird. Warum „Mama, ich möchte bitte ein Wassereis mit Orangengeschmack haben!“ sagen, wo „Mama, i mog a Orangeneis“ doch reichen würde? Von der deutschen Aussprache der Orange, nämlich Orangsche, ganz zu schweigen. Balkong, Kartong, Sateng, Kuseng, und natürliche Schangse* – Maschinengewehrsprache. Und was macht umgekehrt das österreichische Idiom so weich und schön? Die vielen Diminutive: Glaserl, Bussal (Auf ‘deutsch’: Kuss), Pickerl (TÜV-Plakette) Packerl, Zigaretterl – und nicht zu vergessen das wichtige Gackerlsackerl. „Nimm ein Sackerl für mein Gackerl!“ – so der Wortlaut einer Wiener Kampagne für eine saubere Innenstadt. In Berlin heißt sowas Hundekottüte – peng, peng!
*: Balkon, Karton (bzw. Schachtel), Satin, Cousin, Chance.