Piefke in Austria

Benzin und Autobahnen

August 28, 2007 · Kommentar schreiben

Eigentlich wollte ich etwas schreiben über Österreich aus den Augen einer Deutschen – aktuell überwiegen aber noch die Eindrücke des typisch Deutschen aus der Sicht von Felix Austria.

Da gibt es zum Beispiel zwei Dinge, für die man die deutschen Automobilisten in Österreich besonders gut kennt:

  • Sie sind ständig auf der Suche nach dem billigsten Benzin – an den Tankstelen gleich hinter der Grenze stehen die Autos mit deutschem Kennzeichen oft in Schlangen an. Und wenn man nach Abzug der Fahrtkosten hinterher nur € 1,20 gespart hat – es geht ja immerhin um die Wartung des liebsten Kinds der Deutschen. Entsprechend befindet sich hinter benzinpreis.de auch tatsächlich eine Übersicht internationaler Benzinpreise: Heute (28.8.2007) kostet ein Liter Normalbenzin etwa € 1,12 in Österreich, hingegen € 1,307 (ja, so kleinlich geben die das in) in Deutschland. Auf der Seite gibt es außerdem einen Umwegrechner, der dir genau sagt, ob es sich lohnt, zu einer weiter entfernten Tankstelle zu fahren und dort zu tanken. benzinpreis.at dagegen leitet bloß auf tankstellen.de um – und dort squatted ganz allein ESSO.

  • Deutsche glauben außerdem hartnäckig, dass sie auf der Tauernautobahn A10 von Salzburg Richtung Villach ganz schnell in den Süden kommen. Sie brüten Stunden über der Autobahnkarte und entschließen sich dann für das, was wie eine Luftlinienverbindung nach Italien aussieht. Resultat: Täglich in der Sommerszeit ist die Tauernautobahn verstopft – weil die Deutschen mal wieder vergessen haben, dass sowohl der Tauerntunnel als auch der Katschbergtunnel einröhrig sind. An der zweiten Röhre wird freilich gebaut – damit die Tauernautobahn dann endlich wie der Trichter wirkt, für den die Deutschen ihn sowieso halten: zur schnellsten und kontaktärmsten Beförderung der Piefkes durch das schöne Österreich, ab in den Süden.

Über den notorischen BMW, Mercedes oder Audi, der einem auf der Autobahn beim eigenen Überholmanöver und trotz Tempo 130 auf der Heckscheibe klebt und mit Lichthupe droht, muss man eh nichts mehr sagen – der ist ja mittlerweile sogar in Deutschland selbst gefürchtet.

Mit besondrem Ingrimm erinnere ich mich aber an jenen deutschen Fahrer, der uns auf dem Weg von Vorarlberg nach Oberösterreich via Chiemsee-München hartnäckig in besagter Weise auf die Pelle rückte. Als meinem Freund im Affekt der Finger ausrutschte, beschloss er wohl, uns zu zeigen, wo der Hammer hängt. Bei nächster Gelegenheit fuhr er auf die Überholspür neben uns, verblieb dort und zückte sein Handy, um ein Porträtfoto von uns zu machen – eine recht hohle Geste, wenn man bedenkt, dass nicht mal Telefonieren am Steuer erlaubt ist. Aber gedroht hat er zumindest mal – pfui, Hasso, pfui!

Kategorien: Autobahn · Benzin · Deutschland · Piefke · Tauernautobahn · Tauerntunnel · Österreich

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